Qualitätsmerkmale für JuniorAkademien in der Fassung vom 25.11.2004

 

1 Zielvorstellung

Eine JuniorAkademie soll der Förderung besonders begabter, interessierter, neugieriger und  eistungsfähiger Schülerinnen und Schüler aus dem Altersbereich der Sekundarstufe I dienen.

Mit der Teilnahme an einer solchen Akademie sollen die Jugendlichen eine ganzheitliche Herausforderung erleben - und daran wachsen. Darum sollte auch die Möglichkeit zur intensiven Zeit der Begegnung, zum Zusammensein mit anderen, ähnlich interessierten Gleichaltrigen sowie zum Kennenlernen anderer, noch nicht erfahrener oder erlebter Chancen der Selbstentfaltung gegeben sein. Deswegen muss eine solche Akademie ein Angebot von Kursen verschiedenen Inhalts bereitstellen, aber ebenso darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten, gemeinschaftlich zu lernen und Neues zu erleben.

 

2 Formaler Rahmen

Eine JuniorAkademie bewegt sich mit ihrem speziellen Angebot der Förderung besonders Interessierter und Motivierter in einem Bereich, der in die Zuständigkeit der Kultusministerien fällt, so dass eine solche

Akademie ein Teil des Förderangebotes des Kultusministeriums eines Landes sein sollte. Eine JuniorAkademie braucht daher zur öffentlichen Legitimation, zur institutionellen Bekanntheitssicherung und ihrer Verbreitung an den Schulen die „Approbation" und Unterstützung des jeweiligen Kultusministeriums. Diese Unterstützung sollte über die Übernahme einer Schirmherrschaft hinausgehen. Denkbare – und praktikable - Formen sind:

- Die JuniorAkademie wird vom Kultusministerium selbst veranstaltet.

- Die JuniorAkademie wird vom Träger im Auftrag des Kultusministeriums veranstaltet.

- Die JuniorAkademie wird vom Träger in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium veranstaltet.

Dieses Angebot an Formen lässt offen, welche der spezifischen Ressourcen das Kultusministerium einsetzt.

Diese Anbindung ermöglicht auch die durchaus erwünschte Notwendigkeit einer öffentlichen Kontrolle, die ihrerseits die Seriosität und die Übereinstimmung mit den versprochenen Zielen sichert.

Ein Teil dieser Kontrolle ist sicherlich der Auftrag, die jeweilige JuniorAkademie in geeigneter Weise zu

evaluieren.

 

3 Die JuniorAkademie

 

3.1 Kursangebot

Die Akademie soll in ihrem Kursangebot breit gefächert sein und Kurse zu Themen aus den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften, Technik, Sprachen, Geisteswissenschaften, Ästhetik u.a. anbieten. Gerade die Zusammenführung von verschiedenen „Disziplinen" ist ein unabdingbares Strukturmerkmal einer solchen Akademie. Dies ergibt eine Mindestzahl von drei Kursen und damit eine Mindestzahl von etwa vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern .

 

3.2 Kursinhalte

Die Kurse sollen sich mit Themen beschäftigen, die nicht unbedingt auf schulischen Inhalten aufbauen,

gleichwohl auf der Seite der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein hohes Maß an Interesse, eine

Grundfähigkeit zur Informationsbeschaffung und -auswertung sowie eine Bereitschaft zur Einarbeitung in das jeweilige Thema voraussetzen.

 

3.3 Kursmethodik

Die Kurse sollen es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglichen, sich in ein für sie neues Gebiet einzuarbeiten und sich in ihm zurechtzufinden. Eine der Zielgruppe angepasste Vermittlung der Inhalte ist deshalb Voraussetzung.

Zu einem erfolgreichen Kurs gehört in hohem Maße die Anleitung zu selbst gesteuertem und selbst organisiertem Lernen - auch in Form der Arbeit in (Klein-)Gruppen.

Ebenso sollte immer auch eine Präsentation der Ergebnisse eingeplant werden. Diese soll sowohl für die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Akademie bei der wechselseitigen Vorstellung (,Rotation") stattfinden als auch in einer Phase, in der die Resultate verschriftlicht werden.

Zu einem Kurs gehört die Betonung der Präsentation in ihren verschiedenen Formen; ihrer Einübung muss daher entsprechend Zeit eingeräumt werden.

 

3.4 Auswahl der Kursleiterinnen und Kursleiter

Die Akademie wird im Wesentlichen durch die Kursleiterinnen und Kursleiter - möglichst mindestens zwei pro Kurs - realisiert. Sie müssen deswegen für ihren jeweiligen Kurs ein klares und stimmiges Konzept aufbauen und bei der Verwirklichung flexibel auf die sich ständig ändernde Situationen reagieren können. Sie müssen auch über ihren Kurs hinaus bereit sein, die Idee des gemeinsamen Lebens und Erlebens zu tragen und vorzuleben. Sie haben die Aufsichtspflicht für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dazu sind Erfahrungen im Umgang mit Begabten hilfreich; die Identifikation mit dem Format JuniorAkademie ist allerdings unverzichtbar.

 

3.5 Kursübergreifende Angebote

Die Akademie soll für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein breites zusätzliches Angebot insbesondere sportlicher, musikalischer und musisch-kreativer Art bereit hatten. Soweit möglich und sinnvoll, sollten auch diese Aktivitäten zielorientiert sein und z.B. auf Aufführungen, Darbietungen oder Ausstellungen hinauslaufen.

 

3.6 Das Team

Die Akademie soll von zwei nicht in den Kursen Beschäftigten geleitet werden. Besondere Bereiche der kursübergreifenden Angebote können und sollten nach Möglichkeit ebenfalls durch eine separate Leitungsperson - eine Musikerin/einen Musiker, eine Künstlerin/ einen Künstler, eine für den Sport verantwortliche Person - verantwortet werden.

Für die Gruppe der Leitenden ist ein vorbereitendes Treffen unverzichtbar.

 

3.7 Dauer

Zur Erreichung der umfassenden Zielsetzung scheint eine Dauer von mindestens zwei Wochen sinnvoll.

 

3.8 Akademieort

Die Akademie soll an einem Ort stattfinden, der es erlaubt, alle Aktivitäten der Akademie - Kurse und Kursübergreifendes, Musik und Sport, Arbeiten, Zusammensein, Essen, Schlafen - auf einem Gelände zu veranstalten.

 

3.9 Vorbereitungstreffen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern

Ein frühzeitiges Heranführen an die Möglichkeiten, Arbeitsformen und Erwartungshorizonte der JuniorAkademie sowie ein gegenseitiges Kennenlernen der Teilnehmenden und der Kursleiterinnen und Kursleiter erleichtert erfahrungsgemäß den Beginn einer Akademie erheblich. Es empfiehlt sich daher die Durchführung eines Vorbereitungstreffens.

 

4 Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

 

4.1

Die Schulen sind die primären Ansprechpartnerinnen für Vorschläge geeigneter Schülerinnen und Schüler.

Ebenso sollten die erwiesenermaßen Leistungsfähigen aus Wettbewerben angesprochen werden.

Auch Eigenbewerbungen sollten zugelassen werden; hier ist dann das eigene Bemühen um eine

entsprechende Referenz zu fordern.

 

4.2

Da die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Wesentlichen von Schulen vorgeschlagen werden, müssen die Schulen über das Anspruchsprofil der Zielgruppe sowie über das Konzept und die Inhalte der Akademien informiert sein. Anschreiben und nKatalog" müssen also Inhalte und Anspruch deutlich und transparent ausweisen.

 

4.3

Die Auswahl selbst kann letztlich nur auf der Grundlage erfolgen, dass eine Anmeldung, verbunden mit einer Empfehlung der Schule, einer qualifizierten außerschulischen Referenz oder einer erfolgreichen Wettbewerbsteilnahme als hinreichendes Indiz für Interesse und Eignung zu gelten hat.

 

4.4

Die Auswahl bzw. die dafür angelegten Kriterien sollten hinreichend transparent gemacht werden.

 

5 Kosten für Teilnehmende

Die Akademie kann und soll für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht kostenlos sein, sie muss aber prinzipiell allen der genannten Zielgruppe offen stehen. Für hinreichende Fördermöglichkeiten im Fall finanzieller Bedürftigkeit ist daher zu sorgen.

 

 

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Die Deutschen JuniorAkademien sind eine initiative zur Förderung besonders leistungsfähigen und

motivierten Jugendlichen derSekundarstufe I. Der Verein Bildung und Begabung e.V. istTräger der

JuniorAkademie Neuerburg und koordiniert die Deutschen JuniorAkademien im Bundesgebiet.